Ridgeline für die Hängematte – Wie und wozu?

Ridgeline für die Hängematte

Dieser Artikel beschreibt die Vor- und Nachteile einer Ridgeline für die Hängematte. So kannst du selbst entscheiden, ob eine Ridgeline dir beim Hängematten-Camping hilft.

Was ist eine Ridgeline?

Eine Ridgeline ist eine direkte Verbindung der beiden Aufhängepunkte deiner Hängematte. Also die Ösen, an denen die Hängematte mit Karabinern in die Baumgurte eingehängt wird. Damit spannt sich die Ridge-Line direkt über der Hängematte und sorgt für einen gleich bleibenden Abstand der der beiden Aufhängepunkte.

Die Ridgeline hat eine Länge von 83% der Hängematte
Die Ridgeline hat eine Länge von 83% der Hängematte

Welches Material für eine Ridgeline

Gute Ridge-Lines sind belastbar und dennoch leicht. Idealerweise sind sie auch in der Länge leicht verstellbar. Beim Hängematten-Camping haben sich Whoopie-Slings als Ridglines durchgesetzt. Diese bestehen aus dem hochfesten Kunststoffmaterial Dyneema. Dies wird auch im Klettersport für Bandschlingen genutzt. Sie verbinden geringes Gewicht mit hoher Traglast. Zudem lassen sich Whoopie-Slings mit einer Hand verstellen. Damit lässt sich die Hängematte kinderleicht auf unterschiedliche Liegepositionen anpassen.

Diese Whoopie-Slings dienen dazu, die Hängematte an beiden Enden in ein Gestell oder Baumgurt zu hängen. Beide Seiten lassen sich dann leicht verstellen. Aus beiden Whoopie-Slings lässt sich aber auch die Ridgeline machen.

Ridgeline selber machen

Es ist auch das Material für Whoopie-Slings auf der Rolle zu kaufen, dann kann man sich ganz leicht eine lange Whoopie-Sling selber machen. Als Material wird Dyneema Pro Flechtschnur genommen.

Eine ausführliche Anleitung zur Herstellung einer Whoopie-Sling aus Dyneema Flechtschnur ist im Hängemattenforum zu finden.

Prinzipiell lassen sich Ridgelines aber auch aus einfachen Reep-Schnüren oder Gurtband herstellen. Wichtig ist, dass sich das Material unter Belastung nicht dehnt. Deswegen fallen die meisten Paracord-Varianten hier aus.

Vorteile einer Ridgeline beim Hängematten-Camping

1. Hängematte immer in perfekter Lage

Da die Ridgeline die beiden Aufhängepunkt fest miteinander verbindet, bleibt die Hängematte immer gleich gespannt. Auch wenn sich z.B. die Distanz der Bäume, an denen die Hängematte hängt, ändert. Ist einmal die bequemste Liegeposition (Grad des Durchhänges/Winkel der Hängematte) gefunden, kann sich dieser durch die Ridgeline nicht mehr ändern.

2. Aufhängung bei weiter entfernten Bäume

Das Problem ohne Ridgeline: je weiter entfernt die Bäume sind, desto höher muss die Hängematte am Baum befestigt werden. Ansonsten ist die Hängematte so straff gespannt, dass sie unbequem wird. Im schlimmsten Fall hält die Hängematte die Belastung nicht aus und reißt. Die Ridgeline übernimmt einen Teil der Zuglast und die Hängematte hängt immer im perfekten Winkel. Das macht das Aufhängen einfach, denn die Hängematte hängt sofort im richtigen Winkel. Bei weit entfernten Bäume sollten zusätzlich längenverstellbare Baumgurte verwendet werden.

3. Befestigung für Tarp und Mückennetz

Tarps und Mückennetz kommen oft mit einer eigenen Abspannung, damit sie hoch über der Hängematte hängen. Wer das zusätzliche Befestigungsmaterial sparen will, kann dafür auch die Ridgeline nehmen. Nachteil ist dabei allerdings, dass dann das Tarp sehr dicht über der Liegefläche hängt und dann die schöne Aussicht hin ist, die das Hängematten-Camping so attraktiv machen.

4. Ridgeline als Hilfsleine

Praktisch ist es, in der Hängematte zu jeder Zeit an Ausrüstungsgegenstände zu kommen. Ob Taschenlampe, Zahnbürste oder Trinkflasche – alles kann mit Karabiner oder Ridgeline-Organizer in Griffweite aufbewahrt werden. Auch außerhalb der Hängematte ist sie äußerst praktisch: beim Ein- und Ausziehen der Schuhe dient sie als Stütze beim Stehen auf einem Bein.

Nachteile der Ridgeline

Bei der Nutzung von kleinen leichten Whoopie-Slings gibt es keine gravierenden Nachteile. Das zusätzliche Gewicht von wenigen Gramm fällt kaum auf und auch vom Packmaß her passen sie mit zur Hängematte in den Packsack. Ich lassen sie auch immer fest mit der Hängematte verbunden. Dies spart viel Fummelei beim Aufhängen.

Fazit und eigene Erfahrungen

Ich habe erst vor knapp einem Jahr von Ridgelines erfahren – viele Jahre war ich ohne sie mit der Hängematte unterwegs. Leider … muss ich sagen. Bei mir geht bei der Befestigung der Hängematte oft viel Zeit dafür drauf, die richtige Länge der Aufhängung zu finden. Nicht zu straff und nicht zu schlapp soll sie hängen. Das war vorher immer reines Ausprobieren. Mit der Ridgeline ist es nur noch ein einmaliges Einhängen im Baumgurt und schon steht der richtige Winkel – so, wie ich die der Hängematte am bequemsten schlafen kann.

Auch gibt mir die Ridgeline ein diffuses Gefühl von Sicherheit. Falls doch mal etwas aus der Baumkrone an Totholz herunter fällt, ist da immer noch die Rigeline dazwischen. Eine Ridgeline* kostet nicht viel Geld, erhöht den Komfort und spart viel Zeit.

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